Stadtplatz:


Foto: Ratzenböck

Der Stadtplatz von Mattighofen weist eine Nord-Süd-Ausdehnung von 320 Meter und eine Breite von 25 Meter auf. Der bayrisch-österreichische Charakter ist unverkennbar, insbesondere durch die farbige Gestaltung der Hausfassaden, die in den letzten Jahren an den meisten Häusern durchgeführt wurde. Trotz der vielen Brände, von denen die Stadt im Laufe der Jahrhunderte heimgesucht wurde, ist auch von baulicher Seite her dieser vor allem den Innstädten und Innmärkten eigene halbitalienische, halbdeutsche Stil erkennbar. Für Einheimische wie für Fremde bietet sich schon bei der südlichen Einfahrt in den Stadtplatz ein recht imposantes Bild. Es wird verstärkt durch das leichte Gefälle und durch die renovierte Propsteipfarrkirche, auf die der Blick des Betrachters gelenkt wird. An der Ostseite verengt sich der Stadtplatz durch die Staffelung der Häuser Nr.: 51, 53, 55 und 59.

Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag

 

Schloss:

Die Geschichte der Stadt war von Anfang an mit der des Schlosses eng verknüpft. Geschlechter kamen und gingen, aber es blieb immer der Sitz jener, die in Mattighofen etwas zu bestimmen hatten. Erst in der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts erhielt es nur noch einen repräsentativen Charakter, den es durch das äußere Bild bis heute bewahrt hat.

Einst agilolfingischer, später karolingischer Wirtschaftshof, dann fast vier Jahrhunderte unter der Herrschaft des Bistums Bamberg, von Pflegern bewohnt, kam es 1400 in den Besitz der Kuchler. Nach deren Aussterben (1436) kauften es die bayerischen Herzöge und das Schloss wurde weiterhin von Pflegern bewohnt. Eine erste Nachricht von baulichen Veränderungen des Schlosses erfahren wir aus der Zeit der Ortenburger. 1517 von Christoph von Ortenburg erworben, wurde es von dessen Sohn Joachim 1551 um- oder gar neugebaut. Wahrscheinlich dürfte es dabei an den Flügeln stattliche über Eck gestellte Türme erhalten haben, die noch 1700 existierten. Über einen tiefen Wallgraben führte zu dieser Zeit auch noch eine Zugbrücke. Aus der 2. Hälfte des 16. Jh. stammt auch jener eingemauerte Türstock aus rotem Marmor, der ursprünglich in den inneren Dachboden führte, heute aber an der rechten Seite der Schlosseinfahrt zu sehen ist. Er trägt die Inschrift "Joachim Grave zv Ortenburg etc. Vrsvla Gräfin zv Ortenburg geporene goggerin Freiin zv Khirchperg vnd Weissenhorn sein Gemachel MDLI" und im Renaissancegiebel die Wappen der Ortenburger und der Fugger. Nach dem Tode Joachims (1600) bis zum Frieden von Teschen (1779) waren mit einigen kurzen Unterbrechungen wieder die bayerischen Herzöge Besitzer des Schlosses und hatten dort ihr Pflegepersonal untergebracht.

Bald nach der Erwerbung des Innviertels durch Österreich wurde 1794 das Schloss samt den dazugehörenden Feld- und Wiesengründen an den Bräuer Jakob Haidenthaler verkauft, der es zu einem Braunbierbräuhaus umgestaltete. Doch schon 2 Jahre danach (1796) wurde es vom k. k. Aerar wieder zurückgekauft, den Vorplatz jedoch behielt sich Heidenthaler. Über den Grund dieser Transaktion ist nichts bekannt. Während der napoleonischen Kriege aber wurde 1799 das Schloss gänzlich umgebaut und im halbitalienischen Stil erneuert. Außen erhielt es Feuermauern mit nach innen eingezogenen Pultdächern, der Wallgraben wurde zugeschüttet und in einen Garten umgewandelt. Die nach Westen gekehrte Schauseite ist durch ein Halbgeschoss und eine waagrechte mit Zahnschnittfries verzierte Stirnmauer erhöht. Damals dürften auch die vier Erkertürme entfernt worden sein.

Mit dem Kauf des Kobernaußerwaldes durch den kaiserlichen Familienfonds im Jahre 1868 kam auch dieses historische Gebäude in dessen Besitz. Es wurde renoviert und zu einem kaiserlichen Jagdschloss umgestaltet. Das bis dahin im Schloss untergebrachte k. k. Steueramt kamen in das Stöger`sche Haus Nr. 5 (heute Stadtplatz 13) und dafür wurden Apartments für die kaiserliche Familie eingerichtet. Auch die Forstverwaltung fand darin Platz.

Das 20. Jahrhundert brachte mehrmals einen Besitzerwechsel, der immer mit den veränderten Besitzverhältnissen des Kobernaußerwaldes zusammenhing und stets politische Gründe hatte. So waren Schloss und Wald von 1918 bis 1938 Eigentum des Kriegsgeschädigtenfonds, während des 2. Weltkrieges gehörten sie den Deutschen Reichsforsten, danach kurz der amerikanischen Besatzungsmacht und schließlich seit 1947 den Österreichischen Bundesforsten wo sich heute der Mattighofner Forstbetrieb der Österr. Bundesforste AG befindet.

Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag

 

Kirche:

Diese markante Stelle dürfte bereits den Kelten bekannt gewesen sein. Sicher hingegen ist, dass sie auch die Römer vor 2000 Jahren gekannt hatten und dort eine Kultstätte errichteten. Auf einer Grundfeste römischen Ursprungs erbaute man nämlich die erste christliche Kapelle (oder Kirche) die dem hl. Georg geweiht war und auf das 4. Jahrhundert zurückgeht.

St.-Marien-Kirche: (Propsteipfarrkirche) Wie viele Kirchen jener Zeit (8. Jahrhundert) war auch sie in ihrem ersten Aussehen ein Holzbau. Eine genaue Beschreibung ist nicht vorhanden. Der im 10. Jahrhundert wahrscheinlich nach der Zerstörung Mattighofens durch die Magyaren erfolgte Neubau zeigte romanische Formen, also ein höheres Mittel- und Querschiff und etwas niedrigere Seitenschiffe. Zur Zeit der Spätgotik (14./15. Jahrhundert) aber wurden bei einem Umbau Spitzbogengewölbe und Oratorium geschaffen und die Außenseiten des Turmes mit gotischen Formen versehen. Noch einmal, nämlich in der Zeit von 1649 bis 1685, also kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg, wurde das Aussehen der Kirche stark verändert und dem damals aufkommenden Barock angepasst. Nur der schlanke, spitze Turm und einige Spitzbogenfenster erinnern heute noch an die Gotik. Im Jahre 1774 verursachte ein Großbrand bedeutende Schäden im Inneren und an den Außenmauern. Ein gänzlicher Umbau wurde notwendig. Durch den Baumeister Anton Kirchgrabner aus München wurde das Querschiff eingebaut und das Innere in frühklassischem Stil ausgestattet, so wie man es heute noch sehen kann. Die zahl der Altäre wurde von dreizehn auf acht reduziert. Das Hochaltarbild ist von Oefele, 1780, die Dreifaltigkeit von dem Mattighofner Maler Josef Binninger, 1828, während die Statuen hl. Petrus und Paulus von Thomas Schwantaler, 1676, geschaffen wurden (also noch vom alten Hochaltar sind). Die Fresken stammen von dem Burghausner Maler de la Croce d. Ä., Sebastian, Leonhard, Josef, Enthauptung Johanni, Rosenkranz und Skapulier wurden vom Maler Josef Streng aus Mattighofen geschaffen. Durch eine Spende von 20.000 Gulden des Gerichtsschreibers Simon Mayer, Mattighofen, wurde es möglich, den Wiederaufbau bis 1778/79 durchzuführen. Ein Gedenkstein gleich neben dem St. Anna-Altar erinnert an diesen Mann.

Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag

 

Zinngießerhaus:

Ist eines der ältesten und fast noch ursprünglich erhaltenen Häuser der Stadt und war Teil der Befestigung nahe dem alten Markttor. Das Haus wurde um 1400 erbaut und nach dem Brand 1683 wieder aufgebaut. Unter dem Giebel des Hauses im so genannten Reitergässchen gegenüber dem Stadtamt sind die Jahreszahl 1686 eingeritzt und Zinnflasche, Kanne und Becher dargestellt.

Die Zinngießerei bestand bis ins 20. Jhdt. herein und befand sich bis 1909 im Besitze der Fam. Eibl. Die Bürgergarde erwarb das Haus im Jahr 1965 und gestaltete es zu einem Vereins- und Heimathaus um (Besichtigungen sind zu vereinbaren)

Ebenerdig befindet sich die Waffenkammer, und im Turm wurde eine Zinngießerwerkstätte eingerichtet.

Mit einer Reihe alter Model, einer Schleifanlage und mit Zinnerzeugnissen wurde die Zinngießerwerkstätte wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht. Über eine Wendeltreppe gelangt man in den ersten Stock. Dort befindet sich das Fahnenzimmer und das Turnzimmer. Das letztere ist im bürgerlichen Stile recht gemütlich eingerichtet.

Das so genannte Wasserburger Fähnlein, das von einem Einsatz der Bürgergarde bei Wasserburg während des 30-jährigen Krieges stammt, wurde erst kürzlich renoviert.

Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag

 

Naturlehrpfad Hofau:    

Foto: alte Linde

Skizze des Pfades-
die Punkte zeigen Hinweistafeln

Die Eröffnungsfeier fand am 30. Juni 2001 statt. Errichtet wurde der Lehrpfad von der Stadtgemeinde und wurde von einigen Institutionen gefördert. (u.a.: Land OÖ)

Entlang des Pfades finden Sie viele Hinweis- und Informationstafeln die einen Einblick in die Flora und Fauna des Hofau Waldes geben sollen. Auch eine alte Stammscheibe eines Baumes wird in einer Tafel genau erklärt.

Es gibt also viel zu sehen, zu lesen und zu entdecken im Naturlehrpfad der Hofau.

 

 


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Stand: 22. Oktober 2003

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